Filter gegen Gendersprache auf Webseiten
Man muss gendersprachliche Lesehindernisse und Sprachverunstaltungen wenigstens auf Internetseiten nicht unbedingt erdulden. Zur besseren Lesbarkeit von Texten kann man sie von Browsererweiterungen ausfiltern lassen. Ein interessanter Artikel von FORSCHUNG&WISSEN informiert über das sehr universelle Plugin "Binnen-I be gone" für Firefox und "Binnen-I be gone" für den Google-Browser Chrome. Besonders letzteres Plugin hat sehr viele Nutzer. In o. g. Artikel ist die Filterfunktion dargestellt, sie kann natürlich nur als Grafik wiedergegeben werden, weil die Sprachregelungen sonst nicht sichtbar sind, denn sie werden ja, wie beabsichtigt, ausgefiltert.
Unten beschreibe ich die Verformungen und zeige Testergebnisse der Filter, wenn Sie sie installiert und aktiviert haben.
Aus meiner Erfahrung funktionieren die Filter gelegentlich grammatisch nicht ganz fehlerfrei, denn sie können nur Zeichenketten ersetzen und Texte nicht umformulieren, dennoch werden die Texte trotz gelegentlicher kleiner Mängel wesentlich besser lesbar, als wenn die Sprachverbildung in ihnen fortbestünde.
Firefox für Windows
Für den Desktop-Firefox gibt es die Erweiterung "No Gender" https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/no-gender/ von Thomas Stern. Er filtert die knallharten Gender-Ausdrücke mit Sonderzeichen in künstlich verlängerten Wörtern heraus.
Firefox für Android
Für Android ist diese Version des Genderfilters nicht leicht zu finden. Auf einem Android-Tablet ab 10 Zoll Bildschirmdiagonale kann man aber das Windows-Plugin über den oben genannten Link installieren.
Auf Android-Smartphones um die 6 Zoll wird offenbar eine Firefox-Variante installiert, zu der diese Variante nicht passt. Dafür gibt es aber seit Kurzem ein anderes Genderfilter gleichen Namens "NoGender" (ohne Leerzeichen): https://addons.mozilla.org/de/android/addon/nogender/ von einem Autor unter Pseudonym. Die Funktion wird jedoch genau beschrieben und der Code ist unter Github zugänglich.
Für Android gibt es auch das Filter "Gender Simplifier", das nicht so zuverlässig arbeitet, außerdem neuerdings auch ein Filter "UnWoke", das ich noch nicht ausprobiert habe.
Chrome von Google
Für Chrome gibt es in der Regel die gleichen Filter, wie für Firefox, darüber hinaus jedoch einige mehr. Man muss nur einmal im chrome web store nach "Gender" suchen.
Thunderbird Mail
Hier ist natürlich zu überlegen, ob man Briefe, die an einen selbst gerichtet sind, einfach umformen darf. Ich habe das Filter installiert, aber nicht aktiviert. Sollte mich ein unlesbarer Newsletter so sehr interessieren, dass ich ihn trotzdem lesen will, kann ich es aktivieren.
Testen Sie Ihr Filter
Hier sind nun die einschlägigen Gendersprachformen. Wenn das Filter funktioniert, erscheinen normale Worte:
- angehängtes ":" oder "*" und weibliche Plural-Endsilbe
→ Kund:innen und Teilnehmer*innen - angehängtes großes "I" und weibliche Pluralendung
→ TeilnehmerInnen - Doppelnennung in weiblicher Mehrzahl und männlicher Mehrzahl sowie in umgekehrter Reihenfolge
→ Lehrerinnen und Lehrer sowie Lehrer und Lehrerinnen - Doppelte Pronomen männlich/weiblich oder weiblich/männlich mit Schrägstrich getrennt
→ ihm/ihr, ihr/ihm oder sein/ihr, ihr/sein - Zahladjektive in doppelter Nennung, erst mit weiblicher Pluralendung, dann ohne, durch "und" getrennt"
→ anderinnen und andere - Partizipialkonstruktionen, die Personengruppen eines Status' behandeln, als täten diese in der unmittelbaren Gegenwart oder ohne Unterlass das, was ihren Status ausmacht:
→ Autofahrende, Studierende
Die Filter korrigieren noch mehr Formen, hier können Sie sehen, ob der Filter aktiv ist. Ich habe vor, nach und nach weitere Ausdrücke hinzuzufügen.